Bootstrapping

VC-Finanziert vs. Bootstrapped: SaaS Startups verglichen

Bei Medium las ich einen interessanten Artikel, der eine kleine Liste an finanzierten und gebootstrappten SaaS Firmen vergleicht. Mitnehmen kann man, dass die Finanzierung keinen direkten Einfluss auf das Produkt haben muss.

2 Minuten Lesezeit

Axel am 23. Juli 2016

Auch wenn 37 betrachtete Firmen, 12 davon gebootstrapped statistisch nicht wasserdicht sind, so passen die meisten Erkenntnisse zu meinem "common sense", ich würde sie auch so beschreiben. Das macht es statistisch nicht besser, aber zurück zum Thema. ;-)

Hier der Artikel: Funded vs Bootstrapped: Comparing the Metrics of 37 SaaS Companies

Es gibt kaum einen Grund, warum churn rates mit viel Venture Capital Geld besser sein sollten, vorausgesetzt das Startup ohne VC kann sich den Produkt Fokus zeitlich leisten. Das klappt dann, wenn das gebootstrappte Team nicht auf Teufel komm raus auf Umsatz fokussiert sein muss. Und das ist nur möglich, wenn das Gründer- bzw. Kernteam von den bisherigen Ergebnissen (über)leben kann. Wenn man nicht permanent abgelenkt ist durch Freelance Jobs, sondern sich komplett auf sein Produkt konzentrieren kann.

Beim Lifetime Value (LTV) könnte das durch große Sales Teams bei VC, kleine keine beim Bootstrapper zwar noch anders aussehen, vielleicht machen gebootstrappte SaaS Läden das in den frühen Tagen aber auch durch ihre Persönlichkeit wett. Die Kunden sprechen sehr lange nicht nur mit ihrem Ansprechpartner im Vertrieb, sondern mit jemandem aus dem Kernteam. Das bewegt und hält Kunden, ist also gut für den Lifetime Value. Wir hatten z.B. schon früh Kunden, die ein größeres Paket als nötig gebucht haben, weil sie so überzeugt waren und das Produkt mochten. Bei den Beispielfirmen sieht man allerdings eher einen anderen Effekt, denn der durchschnittliche LTV ist mit $ 22.000 zu $ 11.000 doppelt so hoch bei den Startups mit Finanzierung. Das deutet aus meiner Sicht schon auf stärkere Vertriebsteams oder eine größere Orientierung in Richtung Enterprise Markt hin. Bei den Bootstrappern kann das aber ja auch durchaus zur Strategie gehören eben nicht "upmarket" zu gehen, das Produkt also immer mehr an den Enterprise Kunden auszurichten, nur weil die einen größeren LTV haben und sich dort schlichtweg mehr Geld verdienen lässt. Uns würde ich auch in die Kategorie packen, denn wir haben auch lieber 10 Kunden mit 39 Euro / Monat als einen Kunden der den Umsatz alleine generiert. Mein Interesse an Enterprise Kunden ist aus verschiedenen Gründen denkbar gering (Betreuungsaufwand, Produktanforderungen die nicht zu den kleinen Kunden passen, stärkere Abhängigkeit durch größeren Umsatzanteil).

Das Fazit?

Wenn die wichtigsten Kennzahlen stimmen, kann das SaaS Geschäft auch "langsam" wachsen. Je niedriger Churn- und je höher Conversion-Rates sind, desto besser geht das Wachstum ohne tiefe Taschen. Und ich bin überzeugt, dass der Wachstums-Vorteil durch VC irgendwann ganz schwindet. Bis man das geschafft hat gilt die long, slow ramp of SaaS death...

Und was denkst du? Schreib einen Kommentar, ich freue mich auf deinen Beitrag.

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Axel

Gründer von http://42he.com, Web-Mensch, Segler, Autor dieser Seite.


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